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Druckerflotten optimieren: E-Rechnungspflicht zwingt zum Wandel | COLLAS

Optimierungspotenziale in der Unternehmensinfrastruktur: Wie die E-Rechnungspflicht und der Rückgang des Druckvolumens den Wandel zu effizienten Druckerflotten erzwingen

TL;DR – Die wichtigsten Fakten in Kürze

  • Das Ende der Zettelwirtschaft: Durch die E-Rechnungspflicht ab 2025/2028 bricht das Druckvolumen in der Verwaltung drastisch ein.
  • Teure Überkapazitäten: Alte, großvolumige A3-Systeme werden zur Kostenfalle, wenn das Druckaufkommen sinkt.
  • Technologischer Wandel: Moderne A4-Systeme decken den Bürobedarf heute völlig ab und senken die TCO (Total Cost of Ownership) enorm.
  • Strategisches Rightsizing: Durch intelligente Konsolidierung und Vertragsanpassungen (z.B. Refurbished-Geräte) entlasten Sie sofort Ihr Budget.

Zukünftig wird das Druckvolumen massiv sinken. Durch neue gesetzliche Vorgaben und die fortschreitende Digitalisierung haben sich die Prioritäten im modernen Büro drastisch verändert. Zukünftiges Sparen gelingt heute nur noch durch die bedarfsgerechte Dimensionierung und das richtige Gerät. Erfahren Sie, warum ein Umdenken bei der Druckerflotte nicht nur Kosten senkt, sondern zwingend notwendig wird.

Modernes Büro mit digitalen Workflows und effizienter Druckerflotte
Weniger Papier, mehr Effizienz: Die Anpassung der Druckerflotte an moderne, digitale Workflows ist ein entscheidender Hebel zur Kostensenkung.

1. Das Ende der Zettelwirtschaft: Wie die E-Rechnungspflicht bis 2028 das papierbasierte Büro ablöst

Die Digitalisierung administrativer Prozesse in deutschen Unternehmen passiert nicht länger nur freiwillig, sondern wird durch weitreichende gesetzliche Vorgaben forciert. Das Wachstumschancengesetz bildet hierbei die rechtliche Basis. Mit der schrittweisen Einführung der obligatorischen elektronischen Rechnung (E-Rechnung) für Leistungen zwischen inländischen Unternehmen (B2B) wird die physische Rechnungsstellung schrittweise und unumkehrbar abgeschafft.

Gesetzliche Übergangsfristen und zeitliche Staffelung

Stichtag Gesetzliche Verpflichtung Zielgruppe im B2B-Sektor Zulässige Formate & Übergangsregelungen
01.01.2025 Verpflichtung zum Empfang, zur Verarbeitung und zur revisionssicheren Speicherung von E-Rechnungen. Ausnahmslos alle inländischen Unternehmen (inkl. Kleinunternehmer). Strukturierte Formate (XRechnung, ZUGFeRD).
Bis 31.12.2026 Übergangsfrist für die Ausstellung und den Versand von Rechnungen. Alle ausstellenden Unternehmen. Papier und PDFs bleiben vorerst zulässig.
01.01.2027 Verpflichtung zur aktiven Ausstellung und Übermittlung von E-Rechnungen. Unternehmen mit Vorjahresumsatz > 800.000 Euro. Papier/PDF in dieser Umsatzklasse unzulässig.
01.01.2028 Flächendeckende, uneingeschränkte Pflicht zur Ausstellung von E-Rechnungen. Alle inländischen Unternehmen im B2B-Bereich. Ausschließlich strukturierte Belege.

GoBD-Konformität und das Verbot des Medienbruchs

Ein in der Praxis oft unterschätzter Aspekt ist die strikte Auslegung der GoBD. Elektronisch empfangene Rechnungen müssen zwingend im empfangenen elektronischen Format revisionssicher archiviert werden. Das Ausdrucken, Lochen und Abheften einer elektronischen Rechnung ist rechtlich nicht GoBD-konform.

Als maßgebliches Original gilt ausschließlich der strukturierte digitale Datensatz (XML-Teil). Da Eingangs- und Ausgangsrechnungen in Verwaltungen schon immer zu den volumenstärksten Dokumenten gehörten, bricht durch diese strikten Archivierungsgebote die Notwendigkeit für das Drucken dieser Belege dauerhaft weg.

2. Der stetige Rückgang des Druckvolumens: Praxisdaten und wirtschaftliche Vorteile

Der Rückgang des physischen Papierbedarfs ist kein vorübergehendes Phänomen. Praxisdaten zeigen, dass 82 Prozent der befragten Betriebe heute deutlich weniger drucken als noch vor fünf Jahren. Dieser wirtschaftliche Vorteil lässt sich präzise greifen: Laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln spart die elektronische Verarbeitung einer E-Rechnung rund ein Drittel der Arbeitszeit gegenüber einer klassischen Papierrechnung.

Leistungsindikator (KPI) Papierrechnung Standard-PDF-Rechnung Strukturierte E-Rechnung (XML)
Bearbeitungszeit Hoch (100 %) Mittel (ca. 70–80 %) Gering (Zeitersparnis ca. 33 %)
Automatisierungsgrad Keine automatische Erfassung Eingeschränkt (Texterkennung) Vollständig & fehlerfrei im ERP
Sicherheitsniveau Gering Gering (leicht veränderbar) Hoch (fälschungssicher)

3. Die unbemerkte Überkapazität: Die versteckte Kostenfalle in bestehenden Druckerflotten

Während viele Unternehmen massiv in Software und Cloud-Lösungen investieren, bleibt die Hardware auf den Gängen oft unangetastet. Dadurch entsteht eine teure Lücke zwischen dem real gesunkenen Druckvolumen und den überdimensionierten Geräten. Wer aktuell über die Anschaffung neuer Drucksysteme nachdenkt, sollte die tatsächlichen Gesamtbetriebskosten genau im Blick behalten. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zu verstehen, warum ein professioneller Fachhandels-Kopierer langfristig oft günstiger ist als vermeintliche Schnäppchen aus dem Einzelhandel.

BERECHNUNGS-GRUNDLAGE
TCO (Total Cost of Ownership) =
Anschaffungskosten + (Seitenpreis × Druckvolumen) + Wartungskosten + Energiekosten

Tipp: Machen Sie Ihre wahren Ausgaben transparent und nutzen Sie unseren praktischen TCO-Rechner, um Ihre Druckerkosten zu berechnen.

Das Problem dabei: Sinkt das tatsächliche Druckvolumen, bleiben die Fixkosten für Leasing und Service bei alten, großen Anlagen trotzdem hoch. Großvolumige Etagensysteme verschlingen monatliche Bereitstellungsgebühren, werden aber kaum noch ausgereizt.

„Erst kürzlich bei der Auslieferung eines aufbereiteten Kopierers an einen Kunden aus dem Schreinerhandwerk wurde mir das wieder extrem deutlich: Das bisherige, klobige A3-Gerät stand die meiste Zeit still, weil Rechnungen ohnehin digital verarbeitet und Baupläne inzwischen direkt am Tablet in der Werkstatt oder auf der Baustelle aufgerufen werden. Ein völlig überdimensioniertes System verbrennt hier schlichtweg monatlich unnötig Budget. Gerade bei unseren Kunden hier in der Region Niederbayern sehen wir oft, dass ein kompakteres, passgenaues System den Arbeitsalltag erleichtert und gleichzeitig Kosten spart.“ – Sebastian Ussar, Teamleitung IT-Solutions bei COLLAS
Abbau eines alten, überdimensionierten A3-Kopierers bei einer Zimmerei mit einem Treppensteiger
Praxiseinsatz vor Ort: Abbau und Abtransport eines überdimensionierten, klobigen A3-Altgeräts bei einer regionalen Zimmerei per Treppensteiger. Solche Systeme weichen zunehmend smarten, kosteneffizienten A4-Lösungen.

4. Technologischer Wandel: Der direkte Vergleich von DIN A3 und DIN A4

Es hält sich hartnäckig der Glaube, dass ein gut ausgestattetes Büro zwingend große DIN-A3-Multifunktionsgeräte benötigt. In einer Arbeitswelt, in der Dokumente primär digital am Bildschirm geteilt und abgelegt werden, ist das oft nicht mehr zeitgemäß. Moderne Business-Systeme im A4-Format haben technisch enorm aufgeholt und decken den administrativen Bedarf in der Regel komplett ab.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt das enorme Sparpotenzial, wenn Sie sich bei Standard-Druckaufträgen von A3 verabschieden. Doch auch innerhalb der A4-Klasse gibt es gravierende Unterschiede: Während günstige Einstiegsgeräte oft durch höhere Folgekosten (Wartung, Verschleiß) auffallen, amortisieren sich echte Premium-A4-Geräte durch ihre Langlebigkeit, Ausfallsicherheit und niedrige Gesamtbetriebskosten (TCO) sehr schnell.

Geräteklasse & Fokus Anschaffungskosten (Kauf) Leasingrate (netto / Monat)
Standard A4-Farb-Multifunktionsdrucker
Einstiegssegment (Fokus: geringer Kaufpreis)
(z.B. Kyocera Basismodelle)
ab ca. 700 € ab ca. 35,00 €
Premium A4-Farb-Multifunktionssystem
High-End (Fokus: Langlebigkeit & niedrige TCO)
(z.B. Canon imageRUNNER ADVANCE DX A4-Serie)
ab ca. 1.200 € ab ca. 55,00 €
Professionelles A3-Farb-Multifunktionssystem
Premium (Fokus: Spezialanwendungen & Großformate)
(z.B. Canon imageRUNNER ADVANCE DX A3-Serie)
ab ca. 3.000 € ab ca. 80,00 €

Das Fazit ist simpel: A3-Systeme sind in der Anschaffung und Wartung deutlich teurer. Wenn auf diesen Geräten zu 99 % im A4-Format gedruckt wird, bezahlen Sie einen enormen Aufpreis für Funktionen, die Ihr Team im Alltag gar nicht nutzt. Ein hochwertiges Premium-A4-Gerät ist in den meisten Fällen der wirtschaftliche „Sweet Spot“. Sind Sie unsicher, welches Modell Ihren aktuellen Bedarf wirklich deckt? Nutzen Sie dazu ganz einfach unseren interaktiven Kaufberater für Drucker und Kopierer im B2B-Bereich.

5. Strategisches Rightsizing: So passen Sie Ihre Flotte an

Die bedarfsgerechte Anpassung der Druckerlandschaft nennen wir in der Praxis "Rightsizing". Ein normales Verwaltungsbüro benötigt heute keine massiven Druckkapazitäten mehr. Mit intelligenten Steuerungen lässt sich hier viel optimieren:

Pull-Printing und Secure Release
Druckaufträge warten in einer sicheren, virtuellen Schlange und werden erst ausgedruckt, wenn sich der Mitarbeiter am Gerät anmeldet. Das reduziert unnötige Fehldrucke und schützt sensible Daten.
Zentrale Konsolidierung
Anstatt vieler kleiner, unrentabler Arbeitsplatzdrucker setzen smarte Büros auf wenige, aber zentral platzierte und leistungsstarke Systeme. Das vereinfacht den Support und drückt die Kosten.

6. Laufende Leasingverträge flexibel anpassen

Oft scheuen Unternehmen den Wechsel, weil sie noch in laufenden Leasingverträgen (meist 36 bis 60 Monate) festhängen. Doch auch hier gibt es Lösungswege: Gute Systemhäuser zeigen sich in der Praxis gesprächsbereit. Oft lässt sich ein überdimensionierter A3-Kopierer im Rahmen des bestehenden Vertrages gegen eine moderne, kompaktere A4-Flotte ausgetauscht werden. Alternativ können hochwertige, professionell aufbereitete Gebrauchtgeräte (Refurbished) eine wirtschaftlich enorm smarte Lösung sein, um teure Neuanschaffungen zu umgehen. Sollten in bestimmten Abteilungen (wie Konstruktion oder Marketing) zwingend größere Formate benötigt werden, werfen Sie gerne einen Blick auf unsere generalüberholten und gebrauchten A3 Geräte als kosteneffiziente Alternative.

Falls Sie vor einer Neuverhandlung oder einem Vertragswechsel stehen, lesen Sie unbedingt unseren detaillierten Ratgeber: Worauf müssen Sie bei einem Fullservice-Vertrag achten?

7. Handlungsempfehlung: Lassen Sie uns Ihre Flotte auf den Prüfstand stellen

Die Zeit der reinen Zettelwirtschaft geht spürbar zu Ende. Wer seine Infrastruktur jetzt anpasst, entlastet sein Budget sofort. Egal, ob Sie veraltete Einzelsysteme austauschen oder Ihre komplette Flotte ressourcenschonend neu aufstellen möchten: Der erste sinnvolle Schritt ist immer eine ehrliche Bestandsaufnahme.

Ein Beitrag von Sebastian Ussar
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Sebastian Ussar ist Teamleiter für IT-Solutions und Assistent der Geschäftsleitung bei der COLLAS Bürowelt GmbH. Mit seiner fundierten technischen Expertise und der Erfahrung aus der Betreuung von über 3.500 B2B-Kunden führt er Unternehmen in ganz Niederbayern durch die digitale Transformation. COLLAS Bürowelt ist seit 1978 der erste Ansprechpartner für ganzheitliche IT-Infrastruktur und zukunftssichere Bürokommunikation.